Sonntag, 4. April 2010

Frohe Ostern

Euch Frohe Ostern!

Ich dachte eigentlich, das würde dieses Jahr komplett an mir vorübergehen, doch – oh Wunder – wie durch Zufall stolperte ich heute in der deutschen Bäckerei (ihr kennt sie vom Picture of the day) über bunt gefärbte Ostereier. Und gönnte mir eins.

Dieses Wochenende war einigermaßen erlebnisreich, und ohne euch zuspammen zu wollen – ich möchte es erzählen. Wenigstens häppchenweise. Denn dies ist immerhin mein einziges Tagebuch, das ich führe, also schreibe ich alles rein, an was ich mich noch in 23 Jahren fröhlich schmunzelnd erinnern möchte.

Zum Beispiel an den freundlichen jungen Mann im vegetarischen Restaurant, der sich vor ein paar Tagen zu mir setzte, weil alle anderen Tische besetzt waren. Ich hatte mein mariniertes Tofu an Buchweizen und dazu das heiße Sanddorngetränk schon verputzt und starrte grade Löcher in die Luft, bereit, zu zahlen und den Saal zu verlassen. Da kam er, „Mind if I join?“ und begann eine Unterhaltung. Nachdem er herausgefunden hatte, dass ich Deutsche bin, sagte er, er könne „a little bit“ german und würde es gerne in der Praxis mit mir erproben, und wir switchten also um. Und dann - legte er eine lupenreine Deutschkonversation aufs Parkett und zitierte mal eben so aus Heinrich Heines „Buch der Lieder“. Denn er liebte Heine und hatte erst an dem Morgen ein paar Verse zum Frühstück gelesen.
Natürlich besitze ich jetzt auch seine Visitenkarte.


Am Samstag habe ich dann zum zweiten Mal Essen verweigert, und zwar zuhause, zum Frühstück. Gefragt, ob ich Tee mit Reis möchte, habe ich gutherzig ja gesagt, denn eigentlich bin ich ja bereit, alles auszuprobieren. Traditioneller mongolischer Tee ist salzig und milchig, also grundsätzlich was anderes als gewohnt. Tut man dann noch ein paar Ingredienzien rein, wie Reis oder Fleisch, dann wird halt Suppe draus. Ich dachte also, es gibt Teesuppe mit Reis drin. Ich bekam eine Schüssel, und drin war zusätzlich ein undefinierbares Stück weißlichen Etwas. Ist das Fleisch? Nein, irgendwie.. was bauchiges. Ich ahnte schon etwas, Uyanga ging im Wörterbuch nachschauen und brachte mir dann die Gewissheit.

Da schwamm PANSEN in meinem „Tee“.

Uyangas Mama fordert mich immer mit den Worten „Eat it! Eat it! Eat it!“ auf, noch mehr zu nehmen und mehr zu essen und besonders delikate Stücke zu probieren. An dem Tag redete sie besonders eindringlich auf mich ein. Sie wollte gern, dass ich das esse, denn anscheinend ist es gesund. Aber ich konnte nicht. Allerdings habe ich die Teesuppe mit Reis gelöffelt, in der der Pansen schwamm. Und ich finde, das habe ich schon ganz toll gemacht.

Uyanga und ihre Mama aßen zu ihrem Pansen übrigens Weißbrot mit Marmelade. Man lasse sich die Kombination (wenigstens verbal) auf der Zunge zergehen...



Heute war ich dann mit Uyanga und Nassa, einer anderen Studentin, in der Stadt unterwegs. Wir waren unter anderem in der Markthalle. Hier ist ein Foto von Verweigerungsfall Nr. 1. Quasi ein Osterlamm!!



Und damit schließt sich der Kreis...

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